Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

Abendszene

Pechschwarze sich spiegelnde Wellen
Jagen einander
In einem ungleichen Rhythmus
Die Bojen wiegen sich sacht
Und während in der Ferne
Die hell beleuchtete Küstenlinie
Immer schmaler wird
Machen die Wolken den Sternen Platz
Als wollten sie mir ihre Schönheit beweisen
Und ich sinke an Deiner Seite nieder
So ruhig wie selten
Lass mich in diese Unendlichkeit fallen

Hellwach

Als wäre jegliche Müdigkeit 

Nur ein Hauch von Erschöpfung
Und als könnte Schlaf
Noch tagelang warten
Sitze ich hellwach
In diesem Bus
Und wünschte du wärst hier
Oder würdest wenigstens schreiben
Immer wieder bist da nur du
In meinen Gedanken präsent
Ich spüre deine Arme,
Sehe dein Lächeln,
Höre deine sanfte Stimme
Doch du bist so weit weg
Und ich nur allein mit 50 Anderen
Auf einer Autobahn in Österreich

Italienischer Abend

Meine Zehen graben sich in den
Warmen weichen Sand
Und sanfte Wogen der
Gischtbedeckten Wellen
Umspielen meine Knöchel
Dein Gesicht in meinem Kopf scheint so
Verschwommen und unerkennbar
Wie das Spiegelbild
Des Schiffes auf dem Wasser
Und ich fange an
Das Vermissen zu verlernen
Und die Erinnerung
Weicht den vielen anderen Eindrücken
Alt und neu,
Hand in Hand
Als wäre all die verlebte Zeit
Komprimiert auf diese Sekunden
Der Stille und Endlosigkeit
Wie mit Gaffa eingepackt, verschnürt,
Festgehalten
Nur grade jetzt
Scheint alles so real und greifbar
Wie der schwarze Stein,
Den ich so leicht im Meer versenken
Und so einfach vergessen kann
Bis er wieder an Land gespült wird

Innere Funken

Funken und künstliche Sternschnuppen
Gehen vor mir nieder
Kommen auf mich zu
Grün, blau, rot
Und Gold leuchtend
Prasseln sie nieder
Malen Kreise und Herzen
Und zwischendrin scheint
Eine Minute lang
Unendlichkeit zu herrschen
In der wir lachen und schreien
Und auf das Leben und
Diese Verrücktheit anstoßen
Ist dies ein Anfang oder ein Abschied?
Ich könnte es nicht sagen
Aber in all der Farbenpracht
Wirkt dieser Moment mit dir
So viel realer und greifbarer
Und scheint wie der
Letzte schimmernde Funkenregen
Auf mich zuzukommen

Glühweinpoesie

Wie im Flug
Verstreichen mit dir die Minuten
Und plötzlich ist es 1 Uhr früh
Und obgleich ich so viel zu tun hätte
Fühle ich mich so frei
Und so viel weniger müde
Als wäre all das
Keine vertane Zeit gewesen
Sondern viel mehr Augenblicke
Umgewandelt in Erinnerung
Und die Erwartung steigt immer mehr
Ich fühle mich wie ein Kind
Dass auf Weihnachten hinfiebert
Und bin doch selbst
Kein Fan von Weihnachten
All die Pärchen
All die Liebe
All die aufgesetzte Fröhlichkeit
Doch mit dem Gedanken an dich
Gehöre ich plötzlich selbst
Zu dieser Masse
Romantischer Träumer
Und aus irgendeinem Grund
Macht mir das diesmal nichts aus

News

"e arzgebirgsches Madl" - Luisa Weinhold hat mit ihrem Gedicht "südwärts" zum Nachwuchsförderpreis 2016 gepunktet. Hier in voller Länge.

Bilder, Rückblicke und Kommentare zu den offenen Lesebühnen gibt´s hier

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