Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

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Annaberg liest!

Am 18. Juni 2015 um 19.00 Uhr fand in der kleinen Bergkirche St. Marien in Annaberg-Buchholz die offene Lesebühne der Literatur im Erzgebirge statt. Direkt am Annaberger Marktplatz wurde die Bergkirche 1502 errichtet. Eine der schönsten Kirchen unserer Region beherbergt mit der Bergmännischen Krippe einen ganz besonderen Schatz. In diesem schönen Ambiente durften unsere Erzgebirgsautoren beeindruckende Texte, einem zwar kleinen, aber dafür sehr interessiertem Zuhörerkreis vortragen.

Dem Buchholzer Jörg Heinicke mit seinem Schifferklavier gilt unser besonderer Dank. Er begrüßte zu Anfang mit dem Lied „ Grüß Gott mein liebes altes Annaberg“ und auch zwischen den Texten der Erzgebirgsautoren spielte und sang er zur Begleitung passende Lieder und Musikstücke.

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Sonja Steiner aus Rübenau hat eigens für diese Lesebühne zu Beginn ihre „Gedanken in Holz“ zur bergmännischen Krippe vorgetragen. Eine Bettlerin gehört ebenfalls dazu. Diese stellt die Frage, es soll in unserer Stadt ein Wunder geschehen? Ein Kind wurde in einer Bergmannsfamilie in dieser kalten Nacht geboren. Ein Wunder. Aber das größte Wunder sind die Figuren in dieser kleinen Kirche. Auch an den Tod von Harry Rowohlt erinnert sie und zitierte: "Sagen, was man denkt. Und vorher was gedacht haben."

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Es folgte Christine Arnold aus Großolbersdorf. Warum schreibt ein ehemaliger Buchhalter ein Buch? Sie will was anderes machen, mal kreativ tätig sein, meint sie und berichtete von zwei Ereignissen, die auf einen Tag fielen. Das war der 21. August 1968. Ihr Hochzeitstag und gleichzeitig der Einmarsch der russischen Truppen in die Tschechoslowakei. Auch was passiert, wenn man in Frankfurt am Main im Wartesaal auf dem Flughafen sitzt und sich von seinem früheren Leben verabschiedet hat, um frei zu sein für Afghanistan. Wie man sich fühlte, als man in der ehemals stolzen Stadt Kabul landete und nur Elend und Zerstörung entlang der Piste sah.

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Hier ist der Eintritt frei! Eine Reminiszenz an die kleine Bergkirche mit der bergmännischen Krippe las für uns Helga Zehrfeld aus Oelsnitz. Auch ihre Geschichten wie Anika die Geschichtenerzählerin; Die alten und die jungen Spatzen; Schöne Aussichten oder Nie und Nimmer bis hin zur Frau, die einen Vogel hat, bewiesen, warum sie vom Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen mit dem Kammweg Literaturpreis ausgezeichnet wurde.

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Ihre Mundarterzählungen sind immer ein Erlebnis. Und so schreibt Mandy Schubert aus Scheibenberg charmant aber doch deftig verpackt, was das tägliche Leben so alles parat hat für eine Mutter mit vier Kindern. Alleine die Fremdwörter sind eine Freude. Oder wie sie den beliebten Christstollen an Ihre „Westverwandtschaft“ verschickt und diese damit nichts anzufangen wissen. Schon gar nicht mit den Räucherkerzeln.

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Aus Dresden war extra Renate Mosel angereist. Auch sie sei eine alte Annabergerin, zwar nicht hier geboren, aber dafür 18 Jahre in Annaberg gelebt. Ihr hatte es Barbara Uthmann, die eigentlich „erste Spitzenkrämerin“ des Erzgebirges angetan. Auch sie hat eigens Ihre Gedanken aus Holz zu den Figuren in der kleinen Bergkirche in einem Büchlein aufgeschrieben: Nicht wie Andere sein, ganz ich selber werden; Der Wirt: offene Türen für geladene Gäste, einer steht draußen. Die Tür schlägt zu. Seine Gesinnung lässt ihn draußen stehen; Der Pfarrer und ein Kurrendaner: Beflügeln lassen, Hoheitsvoll, schwarz umhüllt. Dagegen das Kind. Jubelnd und singend. Ein Kind wartet auf Dich; Die Katze: Anschmiegsam und eigensinnig. Die Bettlerin braucht das anschmeicheln der Katze.

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Zum 2. Oktoberfest 1999 hatte Heide-Lore Staub, die Leiterin des Erzhammers Annaberg, zum Fest eine tolle Idee. Sie schrieb einen Wettbewerb aus über Gedichte und Geschichten der „Buchholzer“ Einkaufsmeile der Kreisstadt Annaberg-Buchholz. „Verse sollen Läden schmücken“ so die damalige Schlagzeile in der Freien Presse. Und so beteiligte sich damals auch Brigitte Sonneborn aus Annaberg-Buchholz. Sie wanderte in Gedanken der Erinnerung an die Läden dieser Zeit: Geschäfte gingen, Geschäfte kamen.

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Zu Ehren eines neu eingeführten Gedenktages las die Autorin Christina Klose. In einem vom Innenministerium mit „ausdrücklicher Würdigung“ geehrten eigenen Werk „Ein Zuhause ist noch keine Heimat“ schildert sie das tragische Schicksal einiger Vertriebener, die nach 1945 im Erzgebirge eine zweite Heimat suchten. Christina Klose, die ein umfangreiches Genre bedient, beschreibt sich als eine Autorin mit abenteuerlichem, zum Teil unglaublichem, tragischem, dann aber wieder wunderschönem, vor allem schicksalhaftem Leben. Höhen und Tiefen im Leben lehrten sie ihren Wahlspruch „Gemessen am Leid anderer geht es mir gut, darum: Lebe nie, ohne zu lachen, denn es gibt Menschen, die von Deinem Lachen leben!“ Und so erzählte sie von einem Sandkorn in der Wüste, welches sich unter Seinesgleichen langweilte, über eine glücklose Wanderung oder wie die vierjährige Lena auf ihre Weise Kontakt mit dem lieben Gott aufnimmt.

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Er ist ein Annaberger. Er wurde zwar nicht hier geboren und lebt nicht in Annaberg. Aber er hat vier Jahre vor seiner Rente in Annaberg gearbeitet: Jürgen Arnold aus Großolbersdorf. Er las aus seinem Buch „Das Mirakel von Ui“, ein Zukunftsroman der 3004 unserer Zeitrechnung unserer Milchstraße erzählt. Ein Roman mit ungewöhnlichen Bezügen zum Schicksal unseres Planeten Erde. Das Buch stellt sich existentiellen Grundfragen intelligenten Lebens.

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Eine spontane Zugabe aus dem Publikum kam von Cristina Zehrfeld aus Oelsnitz. Sie erzählte uns sehr eindrucksvoll über den vollen Terminkalender eines Lokalreporters, der über ein Blasmusikkonzert mit dem Hutzenbacher Blänkelmarsch berichten soll. Was passieren kann, wenn der Reporter denkt, gar nicht erst hinzugehen, weil das Programm seit 15 Jahren unverändert wäre. Auch der Rosenmontag zum Tanznachmittag der Senioren hielt einige Überraschungen bereit und so war es für uns alle ein gemeinsamer, unvergesslicher Abend im Sinne der Literatur im Erzgebirge.

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Hier noch ein einige Impressionen (mit freundlicher Unterstützung von Dr. Jürgen Arnold) Klick auf`s Bild!  

  

 

News

Regina Grohmann, die "Märchenoma" aus Zschopau hat sich "Gereimtes zu Ostern" einfallen lassen. Zu lesen im Lesesaal April 2018

Bilder, Rückblicke und Kommentare zu den offenen Lesebühnen gibt´s hier

KrimiLeseTour 2017 - das deutsch-tschechische Gemeinschaftsprojekt "Schatten über dem Erzgebirge" stellt sich der Öffentlichkeit vor. Alle Infos hier JETZT NOCH AKTUELLER: MIT RÜCKBLICK!!

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Monika Tietze, Dieter Schönherr, Katrin Albrecht, Werner Katzschner

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