Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

 Logoloessnitz

Lesen macht Spaß … und Lößnitz liest wieder!

Am Freitag, den 26.06.2015, war es endlich so weit: die 2. Offene Lesebühne in Lößnitz fand statt. Im neuen Schulgelände der Oberschule Lößnitz, dem sogenannten Muhme-Campus, versammelten sich knapp 70 Zuschauer, um den Beiträgen von sieben Autorinnen und Autoren zu lauschen. – Sebastian Schmidt vom Lektorat Textbasis (Lößnitz) und Cordula Kirsch, Leiterin der Stadtbibliothek Lößnitz, führten durch den Abend – und hatten großes Glück mit dem Wetter: Anfängliche Regengüsse wichen bald milden Temperaturen und einem angenehm trockenen Sommerabend.

Gelesen wurde ein buntes Programm: von Satire über Fachbuchartikel bis hin zu Fantasy und eher getragenen, nachdenklich stimmenden Kurzgeschichten. Den Auftakt machte Steffi Steinsdörfer aus Lößnitz mit einer humorvollen Kurzgeschichte über den ganz normalen, allmorgendlichen Wahnsinn einer Mutter mit ihrer Tochter. Anschließend las die Lößnitzer Schülerin Marie-Josephine Hoppe aus ihrem beinahe fertiggestellten Erstlingswerk. Beachtenswert ist, dass die junge Autorin mit 15 Jahren schon kurz davor steht, ihren ersten Roman zu beenden – und bereits die nächsten Teile ihres Romanzyklus plant! – Cordula Kirsch stellte im dritten Beitrag kurz ihren Fachartikel vor, den sie letztes Jahr in „Selbstgemacht! Lieblingsstücke für den Hund“ im Verlag Gräfe und Unzer veröffentlichen konnte. Der letzte literarische Text vor der Pause stammte aus der Feder von Ramona Heber, deren nachdenkliche und zugleich hoffnungsvolle Kurzgeschichte das ernste Thema Kindesmisshandlung ansprach, aber auch dazu ermutigte, in schlimmen Situation nie die Hoffnung aufzugeben.

In der Pause sowie vor und auch ausgiebig nach der Veranstaltung unterhielten „Sterni & Freunde“ das Publikum. Moderator Sebastian Schmidt nannte sie „unsere Band fürs Erzgebirge“ und diesen Status verdeutlichten sie auch an diesem Abend wieder. Ohnehin bekannt wie ein „bunter Hund“ sorgten sie wieder für viele Lacher und ebenso viele begeisterte Zuhörer. In den mal lustigen und andermal nachdenklichen Stücken fanden alle Anwesenden die perfekte Abendbegleitung.

Direkt im Anschluss an die Pause folgte einer der literarischen Höhepunkte: Die von einer Leserin und zwei Lesern vorgetragenen satirischen Dialoge aus der Feder von Frank Becher, eines Lößnitzer Autors. In diesem Jahr brachte er seine erste Sammlung satirischer Kurzgeschichten im Eigenverlag heraus, „Wo kotzte Goethe“ lautet der prägnante Titel. Die Geschichten konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer so sehr begeistern, dass die ersten Exemplare des Buches bereits während des laufenden Programms verkauft wurden. Im Anschluss an die hervorragend vorgetragenen Geschichten stellte Marie Wiesner einen Auszug aus ihrem ersten Roman vor. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marie-Josephine Hoppe sind sie wahrscheinlich Lößnitz’ erstes und bestes Autorenduo in ihrer Altersgruppe, auch wenn beide an separaten Projekten schreiben. Marie Wiesners Beitrag überzeugte durch ausgeprägtes Sprachgefühl und detailverliebte Szenen. Nachdem sie geendet hatte, lauschten die Gäste den Klängen des Lößnitzer Bronze-Glockenspiels, welches alle Anwesenden mit einem Lied erfreute. Sebastian Schmidt ergriff die Gelegenheit, die Besucher auf dieses einmalige Instrument hinzuweisen und seine kulturelle Bedeutung für Lößnitz und das Erzgebirge herauszustellen. – Den gelungen Abschluss des Abends bildete eine Erzählung von Christina Klose über eine Begebenheit mit der ehemaligen Grenzpolizei der DDR. Ein kleines Mädchen überzeugte darin durch ihre charmante Art nicht nur das Publikum, sondern am Ende ebenfalls den Grenzpolizisten, dass es eigentlich Ost und West gar nicht so wirklich gibt. Moderator Sebastian Schmidt ließ sich daraufhin zum scherzhaften Kommentar hinreisen, dass wir Deutschen im Herzen eben „alles Erzgebirger“ seien, egal ob aus Ost oder West.

Die 2. Offene Lesebühne in Lößnitz, eine Woche nach dem Lößnitzer Salzmarkt, war für alle Beteiligten ein bleibendes Erlebnis, das sehr viel Lob von den Anwesenden erhielt. Kontakte wurden geknüpft, Bücher wurden verkauft – und insgesamt wurde das Netzwerk der Literatur im Erzgebirge wieder ein bisschen lebendiger und verzweigter. Sowohl die Stadtbibliothek Lößnitz als auch Sebastian Schmidt vom Lektorat Textbasis (Lößnitz) kündigten an, auch nächstes Jahr wieder dabei zu sein, wenn es heißt: Lößnitz liest!, zur 3. Offenen Lesebühne.

In diesem Sinne vielen Dank an alle Beteiligten und Glück Auf, bis nächstes Jahr!

Impressionen der Veranstaltung (Klick auf´s Bild)

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