Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

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Oelsnitz liest!

Einst Kohlefabrik, heute Kulturbühne.

Gestern Abend zur offenen Lesebühne der Literatur im Erzgebirge im Bergbaumuseum in Oelsnitz.
Anett Steiner aus Brünlos hat sich dem Krimi verschrieben und so las sie uns aus ihrem neuen Buch „Mords-Handwerk“ einen niederträchtigen und skurrilen Kurzkrimi, um mörderisch kreative Handwerker. Sie stellte uns aber auch die Frage, bringen Schornsteinfeger wirklich Glück?
Gedichte und Lieder schreibt Marianne Müller aus Oelsnitz, OT Niederwürschnitz. Nachdenklich stimmte sie uns. „Wenn`s Nacht wird kommen die Tränen oder bei Dir war es schön gewesen“, „Lieber Gott ich danke dir“, „Komm und hilf den anderen auch“.
Iris Schürer aus Niederwürschnitz ist für ihre lyrischen Texte bekannt, die erotisch bis humorvoll sein können. An diesem Abend gab es aber eher Lyrik wie Themen über Rechtsstaatlichkeit; Leben ist; Einsamkeit herrscht in diesem Ort; Der Herbst setzt Wunderzeichen; Doch an einem schönen Morgen war alles weg.
Anfang Oktober erst und schon hat`s geschneit. Hella Müller aus Brünlos präsentiert gern heitere Episoden aus dem Leben ihres "Herrn Obdumir Bittemal". So war man auf Reisen um die goldene Stadt Prag zu erleben. Eigentlich wollte man nur Gulasch, Knödel, Kraut und ein gutes Bier. Aber es kam alles ganz anders.
Renate Scheibner aus Oelsnitz OT war zum ersten Mal zur offenen Lesebühne. Ihre Mundartgeschichten sind aus dem wahren Leben. Sie war einer der ersten in der Aktion 55. Dieses Programm wurde von Ingrid Biedenkopf eingeführt. Was sie dabei erlebte, brachte das Publikum herzhaft zum Lachen.
Männer sind immer Schuld, das war die Überraschung des Abends von Detlef Köhler aus Borna. Wie schnell hätten Frauen die Welt retten können, aber sie latschen ja immer nur hinterher, meinte er schmunzelnd. Er erinnerte an Westerwelle und nun bräuchten wir doch endlich auch einen Männerbeauftragten….
Spontan hat sich Marcel Ammon-Sieber an diesem Abend entschlossen etwas vorzutragen. Er schreibt alles auf, was ihm über den Weg läuft. Besonders beschäftigte ihn aber auf Familienfeiern die Situation als Junggeselle, wenn er immer gefragt wurde und wann heiratest Du endlich?
Liedermacher Stefan (Sterni) Mösch & Freunde unterhielten das Publikum auf ihre ureigenst typische Art mit Liedern, wie ein Lied im Passiv: „Wenn ich mal gestorben worden bin“; „Seit ich arbeitslos bie, ziehts mich nach Böhme hie“; „de Franzosenbotschaft“. Sie begeisterten die Gäste und es wurden Zugaben gefordert.
Es war ein schöner Abend. Es gab Besinnliches, Nachdenkliches, sogar Kriminelles war zu hören. Aber auch herzhaft gelacht haben wir. Es gab viel Applaus. Wir danken herzlich unseren Erzgebirgsautoren für den unterhaltsamen Abend sowie dem Bergbaumuseum Oelsnitz für das tolle Ambiente und freuen uns auf den 23. Oktober 2016 wenn es wieder heißt "Oelsnitz liest!" 

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