Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

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4. September 2016 um 17 Uhr
Oberneuschönberg liest!
Berg- und Exulantenkirche
Kirchweg 28
09526 Olbernhau OT Oberneuschönberg
Zitherklänge – Thomas Baldauf

4.9.2016, 17:00 Uhr in der Bergkirche zu Oberneuschönberg. Ca. 30 literaturbegeisterte Olbernhauer lauschen gespannt den sanften Zitherklängen von Thomas Baldauf (Oberwiesenthal), die in der ausgezeichneten Akkustik der Kirche eine wahrliche Sinnesfreude bieten. Literatur im Erzgebirge konnte das Publikum zu dieser offenen Lesebühne mit drei regionalen Autoren überraschen, die die Vielfalt des geschriebenen Wortes repräsentieren. Von Satire über tiefgehende Lyrik, von Geschichten vom Großvater über Geschichten aus der Kindheit, von Tod und Leben, von Freude und Leid.

Moderator Rüdiger Kempt (Marienberg) stellte zu Beginn den satirischen Text „Von Zwiebelborne und dem sächsischem Bergbau überhaupt“ von Detlef Köhler vor. Hierbei handelt es sich um eine fast wissenschaftliche, augenzwinkernde Abhandlung über den Zusammenhang von Zwiebelanbau in der Leipziger Tieflandsbucht und dem erzgebirgischen Silberbergbau. Dabei kamen interessante Aspekte zu Tage…
Helga Zehrfeld (Zwönitz) schreibt seit 1970 Gedichte, die sie jetzt in einem Buch zusammengefasst hat: „Panzer und Balalaikas“, Gedichte 1970 – 1990. Sie beeindruckte mit sanfter, humorvoller und melancholischer Lyrik. Titel wie „Die junge Frau vom Don“, „Der Brötchenkorb“, „Der Andere“, „Natascha“, „Nanu?“ u.v.a. hallen lange nach und regen auch zum Nachdenken an. Die rüstige Rentnerin ist Mitinitiatorin der „Zwönitzer Kleinstadtpoeten“ und ist literarisch sehr aktiv. Besuchen Sie ihr Profil auf http://www.literatur-im-erzgebirge.de/33-uncategorised/autoren/z/221-helga-zehrfeld.html.

Als musikalisches Zwischenelement spielte Thomas Baldauf einige leise Töne, die in der kleinen Kirche extrem stark zur Geltung kamen und ein Gänsehautgefühl hinterließen.
Die nächste Leserunde leitete der Olbernhauer Georg Herklotz ein.
http://www.literatur-im-erzgebirge.de/19-uncategorised/autoren/h/202-georg-herklotz.html
Mit fast 90 Jahren sorgte er in Seiffner Mundart mit zwei Geschichten von seinem Großvater für Schmunzler im Publikum. „Ahm Ahm“ war der Spitzname eines Totengräbers, weil er in jedem Satz das erzgebirgische Synonym für „eben“ einbaute: „Wenn dar ahm tut is, da hot´n ahm dr liebe Gott ahm itze schu gehult…“. Die andere Geschichte „Die Fahne“ erzählte eine Episode, als Großvater Herklotz 1938 neben einem Nazibonzen saß, dessen Fahne, die er propagierte, man nicht sah, aber dafür um so mehr roch…

Einen Leseplatz zu „Oberneuschönberg liest!“ hatte sich auch die Olbernhauerin Karla Haubold gesichert.
http://www.literatur-im-erzgebirge.de/19-uncategorised/autoren/h/26-karla-haubold.html
Diesmal trug die Lehrerin i.R. eine autobiographische Geschichte vor. Sie erzählte von der damaligen Weihnachtsstimmung, als in den 50er Jahren der heutige Kommerz vollkommen unbekannt war. Eine geplatzte Holundersaftflasche sorgte dabei für Katastrophenalarm, bis die „Untenoma“ (Kindermund: die Oma, die unten im Haus wohnte) das Malheur wieder richtete. Eine schöne Geschichte zur Rückbesinnung zu den eigentlichen Werten des Festes.

Nach erneuter Zwischenmusik von Thomas Baldauf trug Rüdiger Kempt (Marienberg) sein literarisches Erstlingswerk vor. Im Vorfeld redigiert von einer großartigen Autorin, handelte die Geschichte von einem kleinen Mädchen aus Kettowitz/ Böhmen, welches 1897 mit 2 Jahren an Schwindsucht gestorben ist. Inspiriert von seinen Ausflügen ins Böhmische, bei denen es überall Fremdartiges aber dennoch Vertrautes zu entdecken gibt, kann man zukünftig noch weitere Überraschungen erwarten.

Den literarischen Kreis schloss dann Helga Zehrfeld, die mit Gedichten aus ihrem zweiten Gedichtsband „Der Regen, den niemand mit Steinen bewarf“ aufwartete. Einfühlsam, wortgewandt und mit Tiefgang überzeugte die Zwönitzerin das Publikum von ihrem Können.
Den abschließenden I-Punkt setzte Karla Haubold, als sie ihr Gedicht vortrug, mit dem Namen „Gedichte“. In selbigem legt sie lyrisch dar, warum und wie sie ihre Geschichten in Verse bringt.

Bei wundervollen sentimentalen Weisen von Thomas Baldaufs Zither klang ein vielseitiger und wertvoller literarischer Abend aus. Das Publikum und speziell Pfarrer Klotz dankte den Aktiven und den Organisatoren für das Erlebte.

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