Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

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13. Oktober 2016 um 19 Uhr
Oelsnitz liest!
musikalisch begleitet von "de Ranz´n"
Bergbaumuseum Oelsnitz
Pflockenstraße
09376 Oelsnitz

Einst Kohlefabrik, heute Kulturbühne.

Oelsnitz liest! 13.10.2016, 19:00 Uhr, im ehemaligen Speisesaal des Steinkohlewerkes „Karl Liebknecht“ - heute Bergbaumuseum Oelsnitz…eine offene Lesebühne der Literatur im Erzgebirge, wie sie „im Buche“ steht.

Das Team um Frau Fankhänel hat im Vorfeld die Kulisse für die Leser präpariert und eine Art Bar gebaut, damit es den Gästen an nichts mangelt. Nach und nach strömten die Besucher in den „Historischen Saal“. Die 40 literaturinteressierte Zuhörer fanden bequem Platz und wurden sowohl akustisch als auch kulinarisch verwöhnt. Sieben Erzgebirgsautoren, urige Erzgebirgsmusik und Fettbemm, Bierchen, Wein und Wasser versprachen einen fantastischen Abend.
Moderator Rüdiger Kempt begrüßte die Gäste und erklärte „Literatur im Erzgebirge“ sowie die offenen Lesebühne und stellte die Autoren und Musiker vor.

Max und Jochen alias „de Ranz´n“ begrüßten das Publikum auf ihre eigene, unverwechselbare Art und sangen davon „Wu mier ieberoll schu warn“. Die „Steigerkirmes“ und „Mir sei nimmer ganz nei!“ waren ihre Einstimmungslieder, ehe die erste Autorin zu Wort kam.

COOL UND NETT kam Iris Schürer (Neuwürschnitz) daher und präsentierte Ausschnitte aus ihrem Band „Herbstliches und Frauen“. Mit Gedichten wie u.a. „Urlaubsrückblick“, „Erfolg der Partnerbörse“, „Irgendwo und irgendwann“, „Spott-Limereck“ und „for wifes only“ projektiert sie ihre Gedanken über die Welt und das Leben. Manches mit Augenzwinkern und manches toternst. Auf http://www.iris-schuerer.de können Leseproben ihres Könnens eingesehen werden.

NACHDENKLICH stimmte die Zuhörer „de Igelmutt“ Kathrin Effenberger aus Lugau, die selbst erlebte Geschichten mit verstecktem Tierschutzzeigefinger zum Besten gab. „Die Ursel ist ein Schwein!“ z.B., beschreibt ihre Mühen mit einem ausgebüchsten Hängebauchschwein, das eine gepflegte Gemeindewiese nach Schweinsmanier in eine hübsche Suhle verwandelte. „Legale Einwanderer mit rumänischem Pass“ sind ihre sechs Pflegekatzen aus einem sogenannten rumänischen „shelter“, eigentlich einer Zufluchtsstätte für ausgesetzte Tiere. Im 2. Teil ihres Buches beschreibt sie die katastrophalen Zustände dort und wie sie todgeweihte Tiere retten konnte. Mit ihrem (erhobener Tierschutzzeigefinger) Gedicht: „Fragen an die Menschheit“ prangert sie den Umgang des Menschen mit der Natur an. Wer mehr über die Arbeit von Frau Effenberger erfahren möchte, kann sich hier informieren: http://www.tierschutzstollberg.de

KÖSTLICH GELACHT haben die Zuhörer bei den in Mundart geschriebenen Geschichten von Matthias Fritzsch aus Zwickau. „Herbstgedicht“, „Der Vertreter“, „Franzl bei dr Ohm“, „Franzl in dr Schul“, „Baumarktgeschichte“, „Aberglaube“, „Italienurlaub“ und Gedanken zum Thema Liebe sorgten in seiner unvergleichliche Art, den erzgebirgischen Humor in Worte zu fassen für Lachsalven im Publikum. Auf unzähligen Veranstaltungen des Erzgebirgsverein e.V. begeistert er nicht nur die Erzgebirger. Mehr Infos und Kontakt unter http://www.literatur-im-erzgebirge.de/17-uncategorised/autoren/f/14-matthias-fritzsch.html.

AUSDRUCKSSTARK machte ihrem Ruf Lokalmatadorin Helga Zehrfeld alle Ehre. Als Gründungsmitglied der Oelsnitzer Kleinstadtpoeten und langjähriges Mitglied der Literatur im Erzgebirge ist sie eine feste Größe in der erzgebirgischen Literaturszene. In ihrem „Heimspiel“ konnte sie mit ihren Gedichten „Ja so war´s“, „Termingesuch“, „Falsche Kasse“, „Der Rucksack“, „Tag im August“, „Mein Badeanzug“ und „Heroischer Verzicht“ überzeugen. Einen schönen Bericht über Helga Zehrfeld und den Oelsnitzer Kleinsatdtpoeten kann man hier lesen: http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGEBIRGE/STOLLBERG/Fabulieren-gehoert-zum-taeglichen-Brot-artikel9587029.php

Nach einer kurzen Pause, die zur geistigen und körperlichen Erbauung (Gespräche mit den Autoren und Fettbemm) rege genutzt wurde, leiteten „de Ranz´n“ die zweite Runde ein.
Über sich selbst sagen die zwei Annaberger, sie seien „mit arzgebirgschem Stolz und scharfen Messern aus Vugelbeerhulz geschnitzt“. Mit ihren Liedern: „Meine Schwammepfann, die is doch gut (doch gehärt zum Assen schu e klee bill Mut)“, „Reißverschluss“, „Wetterlied“ und „Bei mir drhemm bi iech allah“ stellten sie ihren erzgebirgischen Stolz unter Beweis.

ANSPRUCHSVOLL sind die Werke von Frank Stiehler. Der im erzgebirgischen Stollberg geborene und auf Usedom und Fuerteventura lebende Künstler und Publizist überraschte das Publikum mit Auszügen aus seinem Gedichtsband „lieber einfältig als zerknittert“. Gesellschaftskritisch und wortgewandt stellt er seine Bücher vor, „die vom Taschenbuch mit surrealer Satire über ein Kinderbuch mit Comic bis hin zum Lyrikbändchen mit Illustrationen, die auch in die Weihnachtszeit passen, reichen“ (Zitat BLICK 15.10.16). „Plankton (wie du und ich)“, „Der Arsch“, „Die Wolke“, „Die Schonung“, „Der Hahn“ sind Zeugnisse seiner künstlerischen Kreativität. Bis zum 4.12.2016 können die Werke Stiehlers in der Zwickauer Domgallerie besichtigt werden. https://www.zwickau.de/veranstaltungen/galerie-am-domhof-staedt-museen/ausstellung-frank-stiehler-figura-pluralis-gebrannt-gefasst-gedruckt-gesteuert-13344-13363

ZU HAUSE IM ERZGEBIRGE ist der Pädagoge a.D. Eberthardt Börner (Neuwürschnitz), der dem Publikum Ausschnitte aus seinem gleichnamigen Buch vortrug. Inspiriert durch seine Wanderungen durchs Erzgebirge, „Von Turm zu Turm über 2127 Stufen durch Land und Humor der Erzgebirger“ schreibt er Geschichten nieder, die ihm unterwegs über den Weg laufen. Gleichzeitig hat sich Eberhardt Börner der Mundartpflege verschrieben, was er u.a. in seinen Geschichten „Hiehfliehng“ und „Hiehguckn un waghärn“ untert Beweis stellt. Infos und Kontakt zu Eberhardt Börner finden Sie hier http://www.literatur-im-erzgebirge.de/13-uncategorised/autoren/b/193-eberhardt-boerner.html

GESCHICHTEN AUS DEM LEBEN schreibt Renate Scheibler au Oelsnitz. Erinnerungen an Kinderstreiche, Familienanektoden und Lebensweisheiten verpackt sie in Worte und erhält somit das Vermächtnis der Familie. Das Publikum amüsierte sich köstlich über die Geschichten unter der Überschrift „hunacksch“ (erzgebirgisch für Schabernack treiben). Auf besonderen Wunsch trug die Hobbyautorin aus Oelsnitz ihre Geschichte „Mitfahrgeleghenheit“ vor. Hier beschreibt sie, wie sie im Spaßbad Geyer die Riesenrutsche benutzt, aber durch langes Warten oben der jungen Frau vor ihr in der Röhre das Wasser stiehlt. Wegen Trockenheit der Rutsche kam diese nicht weiter und wurde dann laut schreiend von Frau Scheibler „mitgenommen“

Zum Abschluss der Veranstaltung brachten „de Ranz´n“ das Publikum erneut zum Lachen. „Gieh mier när wag, mit deine stinksch´n Kuddelflack“ und „Meine Bommelmitz“ sind Dauerbrenner im Programm der beiden Spaßvögel aus Annaberg. Mit Anton Günthers Lied „Jeder Baam hoht sei Ast´l“ beschließen die Musiker „Oelsnitz liest!“.
Eine offene Lesebühne der Literatur im Erzgebirge, wie sie „im Buche“ steht… Gedankt sei Frau Fankhänel vom Bergbaumuseum, den Erzgebirgsautoren, den Musikern und natürlich dem Publikum.

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News

Regina Grohmann, die "Märchenoma" aus Zschopau hat sich "Gereimtes zu Ostern" einfallen lassen. Zu lesen im Lesesaal April 2018

Bilder, Rückblicke und Kommentare zu den offenen Lesebühnen gibt´s hier

KrimiLeseTour 2017 - das deutsch-tschechische Gemeinschaftsprojekt "Schatten über dem Erzgebirge" stellt sich der Öffentlichkeit vor. Alle Infos hier JETZT NOCH AKTUELLER: MIT RÜCKBLICK!!

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