Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

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„Kunst, Literatur und Musik – Alles auf einmal“ im Sommerhaus des Schlosses Augustusburg
Die erste Offene Lesebühne der Literatur im Erzgebirge „Augustusburg liest!“

Inmitten von Skulpturen, Plastiken, Grafiken und Bildern der Kunstaustellung des Kulturraumes Mittelsachsen-Erzgebirge fanden sich ca. 35 Zuhörer wieder, die dem Aufruf zur ersten Offenen Lesebühne der Literatur im Erzgebirge gefolgt sind.

Die Kunst, hervorragend in Szene gesetzt und bei Führungen interpretiert vom Kurator Reinhold Lindner, vermittelt Einblicke in das Schaffen erzgebirgischer und sächsischer Bildhauer, Maler und Grafiker. „Die Vielgestaltigkeit des gegenwärtigen sächsischen Kunstschaffens ermöglicht eine Ausstellung, die eine große Palette künstlerischer Anliegen und Ausdrucksweisen bietet. Sowohl thematisch als auch in den Genres und Handschriften wird von der Tafelmalerei bis zum Landschaftsaquarell, der Druckgrafik, der großformatigen Skulptur bis zur Kleinplastik und Objektkunst eine anregende Begegnung mit Gegenwartskunst angeboten“.
Die Literatur, vertreten durch unsere Erzgebirgsautoren, nahm einen zentralen Platz des Abends ein.
Reinhold Lindner aus Augustusburg, trug einen Text vor, der im direkten Zusammenhang mit der Ausstellung steht. „Kunst wird wahrgenommen, Kunst bezieht Position“ – so der einhellige Tenor seiner Arbeit „Der Künstler und die Flut“.
Gudrun Frohmader aus Augustusburg bezeugte ihre Begeisterung über ihren Lieblingsschriftsteller Siegfried Lenz, der wie kein zweiter seine Geschichten in Worte fassen kann. Sie las aus „Die Deutschstunde“, in dem Roman wird die Verquickung von Schuld und Pflicht in der Zeit des Nationalsozialismus beschrieben. Die oft gehörte Entschuldigung, man habe ja nur „seine Pflicht getan“, wird literarisch kritisch beschrieben.
Detlef Köhler aus Borna befasste sich getreu seinem Motto „die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst“ mit einer Abhandlung des tschechischen Schriftstellers Jaroslav Hasek („Die Abenteuer des braven Soldaten Schweijk“), der 1911 eine Partei gründete: Partei für den gemäßigten Fortschritts in den Schranken des Gesetzes. Das Wahlprogramm umfasste sieben Punkte, u.a. die Wiedereinführung der Sklaverei, Verstaatlichung der Hausmeister („auf die gleiche Weise wie in Rußland [..], wo jeder Hausmeister gleichzeitig ein Polizeispitzel ist“), die Einrichtung von staatlichen Anstalten für schwachsinnige Abgeordnete, die Wiedereinführung der Inquisition, die Unantastbarkeit der Geistlichen und der Kirche („Falls ein Schulmädchen von einem Geistlichen defloriert wird“), die obligatorische Einführung des Alkoholismus. Heiter satirisch zog Detlef Köhler gar nicht so abwegige Parallelen zu heute…
Hella Müller aus Brünlos begeisterte das Publikum mit einer ihrer Geschichten über Herrn „Obdemirma“ Anders, der seine Frau Anders, anders als Andere dachten, zu seiner neuen Internetliebe mit nach Bayern nahm. Wie sich später herausstellte, galt diese Liebe nicht etwa einer anderen Frau, sondern einem alten Bugatti…
Sabrina Langer aus Mildenau, eine unserer jüngsten Erzgebirgsautoren, stellte den 3. Band ihres Romans „Im Schatten des Nordgebirges“ vor. Die auf Fantasygeschichten spezialisierte junge Autorin versteht es blendend, den Faden ihrer Geschichte eindrucksvoll weiter zu spinnen.
Die Musik vom Zithervirtuosen Michal Müller aus Varnsdorf war ein besonderer Akzent der Veranstaltung. Staunend über die Klänge, die dem Instrument entlockt werden können, fernab herkömmlicher Denkweisen über Zithermusik, rief der Musiker wahre Begeisterung im Publikum hervor.
Vor, zwischen und nach den Lesungen spielte er freie Blues- und Jazzinterpretationen, die melodisch und rhythmisch lange nachhallen.
Nach der offiziellen Veranstaltung, die übrigens auch im Mittelerzgebirgsfernsehen zu sehen sein wird, fand sich noch Zeit, im Augustuskeller bei Glühwein & Co. den Abend ausklingen zu lassen.

Wir freuen uns, Sie zur nächsten Offenen Lesebühne als Gast oder Vorleser begrüßen zu dürfen.
Informationen dazu finden Sie wie gewohnt auf www.literatur-im-erzgebirge.de oder auf Facebook bei Erzgebirgsautoren.

Wir freuen uns, Sie zur nächsten Offenen Lesebühne als Gast oder Vorleser begrüßen zu dürfen.

 

 

News

"e arzgebirgsches Madl" - Luisa Weinhold hat mit ihrem Gedicht "südwärts" zum Nachwuchsförderpreis 2016 gepunktet. Hier in voller Länge.

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