Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

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24.03.2016 um 19 Uhr
Flöha liest!
Gückelsberger Villa
Fabrikweg 4
09557 Flöha
Zwischenmusik - Lothar Hoffmann

Wie ein großer bunter Frühlingsstrauß kam sie daher, die 4. Offene Lesebühne der Autorenvereinigung Literatur im Erzgebirge „Flöha liest!“. Kein Wunder, denn das Motto unter dem die Veranstaltung stand, hieß ja auch „literarische Frühlingsgrüße“.
10 aktive Leser, fast 50 interessierte Zuhörer, ein glanzvolles Ambiente und Ostern vor der Tür – die besten Voraussetzungen für das Gelingen der Lesebühne. Organisiert von Martina und Lothar Hoffmann und dem Team der Villa Gückelsberg, unter der Leitung von Frau Dr. Sternkopf, konnten Leser und Zuhörer den Abend entspannt genießen.

Lothar Hoffmann eröffnete die Lesung mit einem Frühlingslied ehe sich Christine Hölzel (Flöha) als erste Leserin „ans Werk“ machte. „Ich schreibe wie ich denke und ich schreibe, was ich denke…“ In ihren Gedichten verleiht sie ihrer Lebenserfahrung Worte. Ihr Glauben, ihr Garten und ihr Schreiben ist ihr Lebenselixier, was in ihren mehr als 250 Gedichten zum Ausdruck kommt. Frau Hölzel erntete viel Applaus für ihre Werke „Mein Garten ist mein Leben“, „Was ist es, was mich bewegt“, „Lass mich träumen“ und viele andere.

Annemarie Gottsmann (Flöha) hat eine besondere Art zu schreiben. Sie nimmt sich ein beliebiges Wort her und schreibt alles ringsherum, was sich darauf reimt. Erst danach sortiert sie und gibt den Worten ihre Zusammenhänge. „Held“, dazu die Worte Welt, Geld, Zelt, Feld, gewählt, zugestellt…, das Ganze geschüttelt und heraus kommt ein einzigartiges Reimgedicht.

Peter Kurt Schwindt aus Aue schreibt, weil ihm so ist. Seine Arbeiten „Mittelpunkt der Welt“ und „Fantasia“ sorgten für erstaunte Gesichter. Der Höhepunkt aber war sein „Hohelied auf Aue“…“Was wären die Chinesen ohne die Auer? Sie hätten nur Steine und ein M, aber keine Mauer….“ Zu späterer Stunde präsentierte er gemeinsam mit seiner Partnerin eine Performance über die „Blauen Augen eines Kindes“. Beeindruckend.

Die naturverbundene und lebensbejahende Hartmannsdorferin Marion Süß präsentierte neben „Gedicht über die Liebe“und „Frühlingswald 2015“ auch „Im Wettstreit“ und als Schlussstück „Metamorphose“. Gemeinsam mit ihrer Schwester Ines Hahn (Niederwiesa) sinnierte sie über die Wandlung der Schmetterlinge und die von Menschenhand geschaffenen Probleme im Lebensraum der Tiere.

Ines Hahn übernahm sofort im Anschluss den literarischen Staffelstab und präsentierte dem Publikum eine amüsante Geschichte über vergebens erhoffte Aufmerksamkeit bei einem Kurkonzert.
Zur geistigen Auflockerung spielte Lothar Hoffmann ein „Elegisches Frühlingslied“, welches ein 20jähriger Student (Lothar Hoffmann...) seinerzeit schrieb.

Wirklichkeit oder Traum? Eine Welt voll Menschen, die stur auf ihre Handys, Tabletts, Laptops, Kindels, Tolinos stieren, anstatt ein Buch zu lesen… Helga Rauschenbach (Flöha) brachte dieses Thema in eine Kurzgeschichte unter, in der ihr Tolino ein Eigenleben entwickelt und in eine Welt entführt, in der Bücher verboten sind. Glücklicherweise – nur ein Traum…

Der Oberbürgermeister von Flöha, Volker Holuscha, hat sein Versprechen wahr gemacht und nahm an der Offenen Lesebühne teil. Er fühlt sich unter literarisch Gleichgesinnten und ist beeindruckt von der Vielfältigkeit der Literatur im Erzgebirge. Selbst schreibe er nicht, aber er sammelt Gedichte und trug, was würde besser passen?, „Osterspaziergang“ aus Goethes Faust vor.

Christina Klose, die gestandene Autorin aus Warmbad, zog zu dieser Offenen Lesebühne ein anderes Register. Als Ausstellerin durfte sie auf der Leipziger Buchmesse ihre und die Interessen ihres Verlages repräsentieren. Darüber hatte sie einen Bericht geschrieben, den sie den staunenden Zuhörern zum Besten gab.

Auch Stefan Tschök aus Chemnitz war wieder mit von der Partie und las diesmal ein unbekannteres Kapitel seines Buches „Die Feuerschlange“ vor. Dieser autobiographische Roman, gewürzt mit Anekdoten aus den 50ern und 60ern macht Lust auf Lesen und hält linguistisch mit den heutigen Bestsellern Schritt.

Mit einer selten zu hörende Textversion auf "Es ist ein Schnee gefallen" (Melodie aus dem 16. Jahrhundert) leitete Lothar Hoffmann die letzte Runde von „Flöha liest!“ ein.
Eine weitere Persönlichkeit des öffentlichen Lebens hatte sein Kommen zugesagt und das Versprechen auch gehalten. Der Bürgermeister von Wolkenstein Wolfram Liebing nahm eine Banalität als Grundlage seiner gnadenlose Satire über die mediale Verdummung der Gesellschaft. Man nehme eine beliebige Zeitschrift und beginne zu lesen. Seite eins: C-Promi nimmt im Urwald Schlammbad, „Umblättern!“ Werbung für Potenzmittel (leider nicht für geistige Potenz), „Umblättern!“, Horoskop für die Frau, „Umblättern!“ Werbung für Treppenlift, „Umblättern!“ in dieser Tonart nahm er nicht nur die Zeitschrift, sondern eher mehr die Leser auf´s Korn. Berechtigt, wenn man Wolfram Liebings Worten folgt.

Nach diesem literarischen Marathon hatte das Publikum dennoch Geist und Kraft für Zugaben.
Helga Rauschenbach trug eine weitere Kurzgeschichte vor, in der sie mit zusätzlichen Illustrationen, das traurige Dasein eines Schutzengels und dessen glückliches Ende beschrieb.
Frau Gottsmann mit „Fräulein Meyer“ sorgte erneut für Lacher ehe Peter Kurt Schwindt bei fast absoluter Dunkelheit und sphärischen Klängen seine eingangs bereits erwähnte Performance zeigte.

Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren Martina und Lothar Hoffmann, Frau Dr. Sternkopf für das Gastrecht, den Autoren und Lesern für ihre Arbeiten und den Mut diese zu präsentieren und nicht zuletzt dem Publikum für ihre Auffassungsgabe und Geduld.
„Flöha liest!“ 2017 verspricht spannend zu werden…

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