Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

 Logoloessnitz

01.Juli 2016 um 19 Uhr
Lößnitz liest!
Muhme Campus
Obergraben 29
08294 Lößnitz
Erzgebirgsfolk - Sterni & Freunden

Lesen macht Spaß … und Lößnitz liest wieder!

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Bei strahlendem Sonnenschein fanden rund 30 literaturbegeisterte Lößnitzer und Besucher den Weg in das offene Klassenzimmer, dem Muhme Campus in der Innenstadt. Bestens vorbereitet durch den Partner der Literatur im Erzgebirge, dem Lektorat Textbasis Sebastian Schmidt, stand einem interessanten, abwechslungsreichen Abend im Zeichen der Literatur nichts im Wege.
Acht aktive Leser hatten Sterni & Freunde als musikalische Unterstützung, die zum Auftakt nach kurzen Einleitungsworten von Rüdiger Kempt (Koordination Litertaur im Erzgebirge) und Sebastian Schmidt (Textbasis) sogleich frisch aufspielten und ihre musikalische Vielfalt unter Beweis stellten.

Ramona Heber (Aue) macht Kindermund zum Mittelpunkt ihrer Geschichten. Ihre zwei Enkel halten die Großeltern nicht nur in Trab, sondern liefern gleichwohl täglich neuen Stoff für Geschichten. Diese zu bewahren und nicht in Vergessenheit fallen zu lassen, das hat sich Ramona Heber zur Aufgabe gemacht. Unter dem Titel „Das geht ja gar nicht!“ summieren sich lustige, dramatische aber auch nachdenkenswerte Texte, die das Leben aus 1 m Höhe beschreiben.

Iris Schürer (Niederwürschnitz) machte kein Hehl daraus, ihre Textmappe zu Hause vergessen zu haben, meisterte die Situation professionell und improvisierte in ihrer Lesezeit aus dem Stehgreif. Szenen einer Kindergeschichte über die Abenteuer eines kleinen Hundes auf der Insel Pöhl und Gedichte aus Iris Schürers schier unendlichen Repertoire füllten ihre Lesezeit bunt aus.

Rüdiger Kempt (Literatur im Erzgebirge) stellte den Text eines nicht anwesenden Erzgebirgsautoren vor. Detlef Köhler aus Borna betrachtet in seiner Satire „Über Zwiebelborne und den sächsischen Bergbau überhaupt“ die jahrhunderte- ja wenn sogar nicht jahrtausendelange Zusammenarbeit zwischen Bornas Zwiebelbauern und den erzgebirgischen Bergleuten.
Quasi eine Steilvorlage für den nächsten Autor:

Jens Hahn (Zwönitz), der die Dinge lachend wieder richtig stellte und dafür eine wahre, überlieferte historische Bergbaugeschichte über den Silberdiebstahl in Lößnitz und dessen Aufklärung durch den Zehnter Zechendörfer vortrug.
In einer kurzen Pause, in der sich die Zuhörer an bereitgestellten Getränken laben konnten, spielten Sterni und Freunde einige ihrer bekannten Lieder. Das Publikum klatschte begeistert mit.

Die zweite Runde wurde durch Sebastian Schmidt mit dem durch Funk in Gang gesetzten Bronzeglockenspiel wortwörtlich eingeläutet. „Glück Auf, Ihr Bergleut`!“ schallte es durch den Ort und rief Matthias Fritzsch (Zwickau) ans Rednerpult. Wer ihn kennt, weiß, dass man ein Taschentuch braucht, um die Lachtränen wegzuwischen. Seit 1992 schreibt er Mundartgeschichten, die es in sich haben. Garantiert blieb kein Auge trocken, als er von den neuen erotischen Ideen eines Rentnerehepaars berichtete oder den Freunden im Theater, oder oder oder…

Horst Bade (Oranienburg) erhielt kräftigen Applaus für seine Gedichte, die über die Liebe zum Erzgebirge und den Erzgebirglern handeln. Unsere Heimat ist für den Brandenburger Ausgleich, Beruhigungskur, Lebenselexier und Inspirationsquelle gleichermaßen. Mögen die vielen noch nicht gesehenen Geheimnisse des Erzgebirges für weitere Überraschungen aus der Horst Bades Feder sorgen!

Liane Wollrab (Lößnitz) schreibt seit 25 Jahren lyrische Texte, in denen sie ihre Liebe zur Stadt und ihre Lebenserfahrungen in Worte fasst. Einige Werke aus ihrem Buch „Gedankensplitter“ trug sie dem Publikum eindrucksvoll vor. Darüber hinaus verewigt Frau Wollrab auch Geschichten ihrer Familie in einer Chronik. Sie las das Einstiegskapitel, eine Familiensaga von 1897, und stellte die Bedeutung der Familienchronik in den Vordergrund.

Als literarischen Abschluss hat Peter Kurt Schwind (Aue) immer etwas Besonderes auf Lager. Neben seinen eindrucksvollen Gedichten wie „Das Verhalten bei Verhältnissen“ und dem „Hohelied auf Aue“ hat er auch noch eine Performance vorbereitet. Gemeinsam mit einem Freund, Lichtspiel und Bühnennebel inszenierte er ein Gedicht, in dem einer für ewiges Leben seine Seele an den Teufel verkauft. Ein spektakulärer Abschluss eines sehr schönen ausgewogenen Abends, der mit viel Applaus für die Autoren und den Musikern zu Ende ging.

Sterni und Freunde ließen die 3. Offene Lesebühne in Lößnitz noch musikalisch ausklingen, ehe gegen 22:00 Uhr die Lichter ausgingen.
Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden, an Textbasis Sebastian Schmidt und der Stadtbibliothek Lößnitz sowie an die Baldauf Villa Marienberg für diesen rundum gelungenen Abend.

News

"e arzgebirgsches Madl" - Luisa Weinhold hat mit ihrem Gedicht "südwärts" zum Nachwuchsförderpreis 2016 gepunktet. Hier in voller Länge.

Bilder, Rückblicke und Kommentare zu den offenen Lesebühnen gibt´s hier

KrimiLeseTour 2018 - das deutsch-tschechische Gemeinschaftsprojekt "Schatten über dem Erzgebirge II" stellt sich der Öffentlichkeit vor. Alle Infos hier!

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