Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

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Warmbad liest!

13.Februar 2016 um 15:00 Uhr

Brunnenfee
An der Silber-Therme 3
09429 Wolkenstein OT Warmbad

Zitherklänge - Christine Huß

einige Impressionen der Veranstaltung (Klick auf´s Bild!)

Wie stark die Erzgebirgsautorin Christina Klose in ihrem Wohnsitz „Brunnenfee“ Warmbad die Werbetrommel gerührt hatte, stellten die Organisatoren von „Literatur im Erzgebirge“ spätestens dann fest, als zusätzliche Stühle und Tische in das Café geholt werden mussten. Mehr als 40 literaturinteressierte Gäste zwischen 18 bis kurz vor 90 kamen zu „Warmbad liest!“, der zweiten Station der offenen Lesebühne der im Hause Baldauf Villa Marienberg beheimateten Autorenvereinigung „Literatur im Erzgebirge“ 2016. Literatur und erzgebirgische Musik zogen für zwei Stunden die Aufmerksamkeit der Zuhörer in ihren Bann, dazu Kaffee und Kuchen und leckere Eisbecher aus dem Café „Brunnenfee“.
Christine Huß aus Geyer unterhielt die Anwesenden zum Ohrenschmaus mit erzgebirgischen Melodien auf ihrer Zither, was da Publikum zum Mitsummen und -singen motivierte. Und dann überraschte sie noch mit lyrischen Gedichten: Teilweise in Mundart, aber auch hochdeutsch verwandelte sie auch als Autorin ihre Gedanken und reichen Lebenserfahrungen in bemerkenswerte Lyrik. Ihre gefühlvoll vorgetragenen Werke, wie „Endlich Winter“, „Verzaubert“, „Morgen“, „Dr alte Baam“, „Vaterhaus“ oder „Augenblick“ wurden mit herzlichem Beifall belohnt.
Im Gedächtnis blieben auch Geschichten aus seiner Jugendzeit, die Siegfried Schlottig aus Zschopau in seinem Buch anschließend vorlas. Bescheiden wies er darauf hin, kein Autor zu sein. Doch wann immer er seinen Kindern von früher erzählte, erhielt er den liebevollen Befehl: „Vater, schreib's auf!“ Und was tut ein gehorsamer Vater? Genau! Er schrieb es auf! Viele Lacher erzielte er, und er weckte wohl manche Erinnerung bei den Älteren im Publikum, als er lebensnah, prima formuliert und oft verschmitzt über die Jugendtanzveranstaltungen in Rittersberg, Forchheim, Pockau oder Zöblitz berichtete. Häufiges Schmunzeln im Publikum – Erinnerungen wurden wach! Welchen Schabernack trieben die Jugendlichen in den 50iger Jahren, um dem anderen Geschlecht zu imponieren? Was kosteten ein Bier und ein Schnaps und eine Bockwurst? Pfennigbeträge! Unglaublich!
Christina Klose schreibt seit vielen Jahren als lebenserfahrene Autorin Belletristik, Kurzgeschichten, literarische Gedichte, Kinderliteratur – und fürchtet sich nicht vor einem Krimi (immer ohne Blut und Waffen). Zu „Warmbad liest!“ überraschte sie mit einer neuen Facette ihres literarischen Sachverstandes. Über ein Ginkgo-Blatt, selbst gepresst, fand die in Marienberg geborene und in die Heimat zurückgekehrte Autorin den Einstieg zu „Plaudereien aus dem Nähkästchen“ über den von ihr sehr verehrten Johann Wolfgang von Goethe. Lange genug hat sie in der Nähe seines Geburtshauses in Frankfurt gelebt und dort sogar das Grab seiner Eltern besuchen können. Doch sie wusste auch zu berichten, dass Goethes Liebe nicht Frankfurt, sondern Weimar gehörte! Wie vielseitig war dieser großartige Mann! Wer kennt schon den „Goetheknochen“, den er entdeckte, oder weiß Intima aus seiner Männerfreundschaft zum Großherzog Carl-August zu Sachsen-Weimar!? Seine Vorliebe für das weibliche Geschlecht änderte nichts daran, dass zu Goethes wichtigster männlichen Begegnung die mit Friedrich von Schiller gehört. Wen wundert es, dass beide in Weimar nebeneinander ruhen!
Nahezu investigativ recherchiert sorgte sie für Kurzweil im Publikum und für so manches „Aha!“ und „oho!“
Peter Kurt Schwindt aus Aue begeisterte das Publikum mit seinem Gedicht „Mit zitternder Hand“, in dem er dramatische Lebenserfahrungen literarisch verarbeitete. Mit einer Performance seiner „Geschichte mit dem Hut“ brachte er gekonnt Abwechslung in das gewohnte Bild einer offenen Lesebühne und erweiterte dafür sogar seine sportliche Garderobe in die eines Gentleman!
Rüdiger Kempt brachte die Anwesenden zum Staunen, als er von der 16jährigen Samantha Escher aus Annaberg-Buchholz ihr erstaunliches Werk „Wie der Wind an einem Sommertag“ vorlas. Sie hatte beim Nachwuchsförderpreis Literatur im Erzgebirge 2015 in ihrer Altersgruppe den 3. Platz erzielt.
Das Raunen und Staunen der Anwesenden hieß: „Aus der wird mal eine gute Autorin!“

Zum Schluss freuten wir uns über zwei Spontanleser aus dem Publikum:
Der Hobbyautor Gerd Schaarschmidt aus Warmbad wollte „erst einmal die Reaktion der Zuhörer abwarten“ ehe er sich mit weiteren Gedichten an die Öffentlichkeit wagt. Er schreibt hauptsächlich saisonale Lyrik „für den Hausgebrauch“. Hervorragend gelungen ist ihm das mit seinem Gedicht:
„Frühlingsgruß“. Wir freuen uns, ihn zu kommenden Veranstaltungen der Literatur im Erzgebirge wieder begrüßen zu dürfen.
Sylvia Hunger aus Wolkenstein trug gekonnt vor, wie ein simpler Bagatelle-Unfall eine langjährige Freundschaft zerstört hat.

„Warmbad liest!“ war einmal mehr ein Zeichen der Vielfalt der Literatur im Erzgebirge. Humorvolles, Nachdenkliches, Trauriges, Interessantes, das alles in Verbindung mit handgemachter Musik.
Ein herzliches Dankeschön an Christina Klose, die die Lokalität organisiert und mit allen Obengenannten die „Offene Lesebühne“ bereichert hat. Ein Dankeschön auch an das Team vom Café Brunnenfee.

Der nächste Termin steht auch schon fest. Am 15.10.2016 wird es erneut heißen: „Warmbad liest!“

News

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